Andreas von Borstel

Andreas von Borstel : „Ich muß einfach malen.“

Andreas von Borstel
Ich sitze in seiner kleinen Wohnung in Hamburg-Hoheluft und nippe an einem heißen Tee. Die Wohnung ist klein und eng. Überall stehen Pinsel und Farbflaschen herum. Verschieden große Leinwände sind an die Wände gelehnt. Jazzmusik dudelt im Hintergrund. Ich glaube, wenn man den Namen Andreas von Borstel hört, stellt man sich im ersten Augenblick jemand anderen vor. Mir gegeüber sitzt ein quirliger junger Mann mit schwarzen Locken und Kreuzketten um den Hals, der einfach nicht aufhören will zu reden. Andreas ist in Santa Cruz, Bolivien geboren und in Hamburg aufgewachsen. Das südamerikanische Temperament des Hanseaten bricht immer wieder aus.

Andreas von Borstel schöpft einen Großteil seiner künstlerischen Inspiration aus der Stadt Hamburg. Bei den Ausflügen zu seinen Lieblingsplätzen in Hamburg ist das Skizzenbuch sein ständiger Begleiter. Überall zeichnet er, was ihm gerade in die Augen fällt. Die meisten Motive sind Köpfe von Bekannten oder wildfremden Leuten, Autos, aber auch Tiere und Straßenkreuzungen. Der Art, wie Andreas von Borstel zeichnet, hat er selbst den Namen „Oneliner“ gegeben. Die Technik stammt noch aus seiner Zeit an der Kunstschule Blanenese, wo die Schüler das Blindzeichnen üben sollten. Alles was Andreas malt und zeichent kommt intuitiv. Er sieht sich als eine Art Werkzeug, das den Zeichenstift hält. Sein Blick ist dabei ausschließlich auf das Objekt gerichtet. Der Stift gleitet blind über das Papier. Dabei entsteht eine Zeichnung aus nur einem einzigen Strich. Die Motive, auf die Andreas von Borstel bei seinen Streifzügen durch Hamburg stößt, trägt er in seinen Skizzenbüchern nach Hause. Dort wird dann überlegt, welche Zeichnungen auf welchen Hintergrund gebracht werden können. Andreas von Borstel malt am liebsten auf großen Leinwänden. So hat er nicht das Gefühl, seine Hand sei eingesperrt und hat nicht genug Platz, sich zu bewegen. In Verbindung mit Acryl Farbe und seinen Skizzen entstehen dann seine Bilder.
Text: Inga Ritter, Frühahr 2005

www.andreas-von-borstel.de

By | 2017-12-13T08:56:19+00:00 August 16th, 2017|Allgemein, vergangene|0 Comments